Neujahrempfang 2018 im Zeichen der Olympischen Winterspiele

Zur Halbzeit der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang konnte die 1. Vorsitzende der DOG Bezirksgruppe Göttingen/Südniedersachsen, Petra Reußner, beim traditionellen Neujahrsempfang am Sonntag, 18. Februar 2018 wieder zahlreiche Mitglieder und Gäste im Foyer des „Deutschen Theaters Göttingen“ begrüßen.

Obwohl olympische Entscheidungen live im Fernsehen übertragen wurden, waren ca. 50 Mitglieder und Gäste der DOG-Einladung gefolgt und konnten zunächst aus erster Hand vom diesjährigen Gastredner Frank Meinertshagen, Geschäftsführer der Pro Basketball Göttingen GmbH, einen Einblick in die Probleme und Erfolge des Göttinger Leistungssports gewinnen.

In den Mittelpunkt seiner Ausführungen stellte Frank Meinertshagen die erfolgreiche Professionalisierung des Göttinger Basketballs, die 2012 nach der Insolvenz der ehemaligen Trägergesellschaft der Profimannschaft BG Göttingen erforderlich wurde. Um das Bestehen in der 1. Basketball Bundesliga (BBL) zu meistern, ist die Suche nach Sponsoren, um die ständig wachsenden Budgetanforderungen zu erfüllen, fast Routine. Dabei gehe es den unterstützenden Unternehmen nicht um eigene Werbung, sondern darum, den Standort Göttingen für die eigenen Mitarbeiter attraktiv zu halten.

Mit besonderem Stolz verwies Frank Meinertshagen auf das neue Basketball-Zentrum, das die BG Göttingen in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Göttingen aufbaute. Seit der Eröffnung im März 2017 findet diese Einrichtung nicht nur nationale (Basketball Landesstützpunkt für Jugendliche), sondern auch internationale Beachtung. Dadurch wird vor allem die kontinuierliche und erfolgreiche Arbeit des Vereins mit Schülern und Jugendlichen gewürdigt. „Jetzt ist alles unter einem Dach: Geschäftsstelle und Trainingsmöglichkeiten für alle Mannschaften“ freute sich Frank Meinertshagen.

„Es klappt doch alles wie am Schnürchen. Wir sammeln Medaillen und sind seit langem so stark wie nie.“ - Fast schon euphorisch startete die 1. Vorsitzenden der DOG Bezirksgruppe Göttingen/Südniedersachsen, Petra Reußner, ihre Betrachtungen und Analyse der Olympischen Winterspiele in Pyeongchang.

Beim genaueren Hinsehen gab es aus Sicht von Petra Reußner aber auch bei den diesjährigen Olympischen Winterspielen nicht weniger Probleme als vor vier Jahren. So sind z.B. leere Zuschauerränge, ungeklärte Nachnutzung einiger Olympiastätten und der Streit über die Verteilung bzw. Übernahme der Kosten immer wieder Probleme, die die Olympischen Spiele kennzeichnen.

Auffällig war diesmal aber auch der Zeitplan für die Wettkämpfe. So wurden z.B. Biathlon, Rodeln, Bob und Skispringen aus Rücksicht auf den europäischen Fernsehmarkt abends im Dunkeln bei eisiger Kälte ausgetragen, anstatt nachmittags in der Sonne. Dafür fand z.B. Eiskunstlauf nicht wie üblich am Abend, sondern für den amerikanischen Markt bereits am Nachmittag statt.

Zudem scheint entsprechend der Analyse von Petra Reußner der Ansehensverlust in demokratischen Ländern, insbesondere in Europa wegen zahlreicher Korruptionsfälle, fehlender Nachhaltigkeit, Gigantismus und Dopingskandalen groß zu sein. Das IOC, vor allem dessen Präsident Thomas Bach, benötige positive Signale und betone deshalb die friedensstiftende Wirkung der Olympischen Spiele.

Auf nationaler Ebene sind die Probleme nach Petra Reußner auch mit dem neuen Spitzensportkonzept weiterhin nicht gelöst. Im Oktober 2017 haben deshalb deutsche Spitzendsportler den Verein „Athleten Deutschland“ gegründet, um ihre eigenen Interessen zu vertreten. Petra Reußner verwies in diesem Zusammenhang auf die Herbstveranstaltung 2017 zum 30jährigen Jubiläum der DOG Göttingen/Südniedersachsen, die ganz im Zeichen der Leistungssportreform stand.

Auf regionaler Ebene habe sich die DOG Bezirksgruppe Göttingen/Südniedersachsen diesem Thema schon angenommen und beteilige sich deshalb zusammen mit der Stadt und dem Landkreis Göttingen sowie der Universität Göttingen am Aufbau einer regionalen Gesellschaft zur Förderung des Leistungssports der Kinder und Jugendlichen. Eine angedachte Beteiligung der DOG Bezirksgruppe an dieser Gesellschaft (ProSport gemeinnützige GmbH) konnte aber leider nicht umgesetzt werden.

In ihrem Rückblick ging Petra Reußner auch kurz auf die Situation unseres DOG-Mitgliedermagazins „Olympische Feuer“ ein, das vom DOG Präsidium eingestellt wurde. Sie sprach sicherlich im Namen der meisten Mitglieder als sie feststellte: „Das ist aus unserer Sicht sehr enttäuschend, da es eine der wenigen kritischen Stimmen im Sport war.“

Zum Abschluss verwies die 1. Vorsitzende Petra Reußner auf die kommenden Aktivitäten der DOG Bezirksgruppe Göttingen/Südniedersachsen und wünschte allen weiterhin spannende und erfolgreiche Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang.

Teilnehmer des Neujahrsempfanges im Foyer des „Deutschen Theaters“ in Göttingen

›› HNA-Göttingen 20.02.2017:
   Empfang in Göttingen: Wenig Begeisterung für Olympia in Südkorea?

›› Göttinger Tageblatt 18.02.2017:
   Vorsitzende benennt Schattenseiten der Olympischen Winterspiele

›› StadtRadio Göttingen 26.02.2017:
   Zukunft des Leistungssports - Deutsche Olympische Gesellschaft Göttingen